- Patrick Gundlach: "Auf zu neuen Fonts" oder "Du kannst
jede Schriftart wählen, solange es Computer Modern ist" -- eine neue
Programmsammlung (und Bibliothek), um Schriftarten zu installieren
Abstract folgt.
- Yannis Haralambous, Atif Guzlar (ENST Bretagne)
Implementing OpenType and textemes into Omega
Version 1 of Omega is using OTPs, that is token filters, ever
since its first release, in 1994. Over the years it became clear
that it should be possible to filter nodes, as well as tokens. This
method is also a good solution for implementing OpenType
substitution and positionning operations, while keeping total
control before, during and after their action. As the token/node
scheme of TeX is not sufficient for the needs of current
multilingual typesetting and electronic document production, we are
using the concept of texteme (presented at EuroTeX 2005 under the
name of "sign") as a refinement of both tokens and nodes.
Atif Gulzar, whose travel fees from Pakistan to France have been
funded by DANTE, is currently working at ENST Bretagne Brest. His
goal is to develop a texteme-compliant node filtering mechanism for
Omega, as well as an external binary loading OpenType font
information through the freetype library and applying OpenType
transformations to the flow of node data. This talk presents the
rationale of this project as well as the current status of
development.
- Jean-Michel Hufflen (LIFC - Universität Franche-Comté): Sprachen in MlBibTeX
Das Thema dieses Vortrags ist die Benutzung mehrsprachiger
Pakete in den bibliografischen Dateien, die MlBibTeX erzeugt. Das
klassische BibTeX-Programm macht keine Analyse der .tex-Dateien und
liest nur die .aux-Dateien. Unser MlBibTeX-Programm -- eine
Reimplementierung von BibteX mit Unterstützung für mehrsprachigen
Funktionen -- analysiert den Kopf einer .tex-Datei im Hinblick auf
die Sprachen, die im Dokument vorkommen. Wir
zeigen die Organisierung unserer Suchbäume. Mit ihnen kennt MlBibTeX
die üblichen mehrspachigen Pakete und deren Optionen und ist so in der
Lage, mehrsprachige Bibliografien korrekt setzen zu können.
- Boguslaw Jackowski, Janusz M. Nowacki (GUST):
Latin Modern Fonts at Eleventh Hour (in Englisch)
The Latin Modern family of fonts is a collection of fonts, based
on Donald E. Knuth's Computer Modern family. At present, Latin Modern
fonts are released in the PostScript Type 1 and OpenType formats;
METAPOST (METATYPE1) sources are also available.
The main feature of the Latin Modern fonts is a broad collection
of diacritical characters, covering all European languages, and some
other languages that use latin alphabets, e.g., Vietnamese. The aim
of the "Latin Modern" project was to replace (but only as a
default) a plethora of various "relatives" of Computer
Modern fonts, such as CS, PL and VN fonts.
In the presentation, we will discuss the advantages and
disadvantages of the idea of the replacement and will describe the
current state of the "Latin Modern" project and plans for
the future.
- David Kastrup: Anwendungen des bigfoot-Paketes
Abstract folgt.
- Jonathan Kew (SIL International): XeTeX -- TeX + Unicode characters + rich fonts ... made
simple (in Englisch)
This presentation will introduce the XeTeX system, a recent
extension of TeX. In XeTeX, built-in support for Unicode enables the
use of any writing system, and integration with the host platform's
font management allows access to any TrueType or OpenType font,
including many advanced typographic features -- all without the
complex layers of macros and myriad auxiliary files that TeX would
normally require.
- Manuel Montero Pineda (Data2Type): Crossmedia-Publishing mit XSL
XSL ist die Verarbeitungssprache von XML. Mit ihr lassen sich
Stylesheets schreiben, die es erlauben, XML-strukturierte
Dokumente automatisiert in verschiedene Formate zu überführen
oder aber auch XML-Dateien neu zu strukturieren. Zu den
wichtigsten Formaten, die mit Hilfe von XSL erzeugt werden
können, gehören PDF über XSL-FO, HTML und Worddokumente über
WordML. XSL ist somit ein essentieller Baustein des XML-Konzepts,
das die Trennung von Struktur, Inhalt und Layout verlangt.
Gliederung:
- Aufbau und Arbeitsweise von XSL (XSLT, XPath und XSL-FO)
- Einsatzgebiete von XSLT und XSL-FO
- XSLT, die Transformationssprache zur Neuordnung von XML
- Mit XSLT zu HTML und WordML
- Praxisbeispiel eines automatisch generierten HTML-Dokumentes
und eines Worddokumentes
- XSL-FO für die PDF-Ausgabe
- Praxisbeispiel eines automatisch gesetzten
PDF-Dokumentes
- Einsatzschwerpunkte für XSL
- Extraktion und Migration der Eingangs-Dokumente
- Generierung und Sortierung von Verzeichnissen und
Registern
- Unterstützung von Unicode und unterschiedlicher
Schreibrichtungen
- Komplexe Anordnung von Vorgabeseiten
- Tabellen, mathematische Notationen
- Formulare
- Einbindung unterschiedlicher Grafik-Formate
- Qualitätssicherung der automatisierten Verarbeitung
- Gerd Neugebauer: ExTeX -- Inkompatibilitäten und Wolkenschlösser
Übersicht
Das ExTeX-Projekt wurde gestartet, um NTS weiterzuentwickeln.
In der Beschäftigung mit NTS hat sich herausgestellt, dass eine
komplette Neuimplementierung der adäquate Weg ist, um die
gesteckten Ziele zu erreichen. Diese Ziele werden dargestellt, da
hier bereits die Basis dafür gelegt wurden, die zu
Inkompatibilitäten zwischen ExTeX und TeX führen können.
Die Makro-Ebene
Einige Erweiterungen von ExTeX gegenüber TeX zeigen sich
bereits auf der Makro-Ebene. Grundsätzliche Design-Entscheidungen
führen dazu, dass diese bereits hier zu finden sind. Hierzu
gehört beispielsweise der Werteumfang, den Register annehmen
können.
In eTeX wurde bereits eine Erweiterung von TeX realisiert, die
die direkte Angabe von Ausdrücken erlaubt. ExTeX kann hier einen
Schritt weiter gehen und die Evaluierung von Ausdrücken nicht nur
auf der Makro-Ebene zu integrieren, sondern tief im Interpreter
verankern.
Format-Dateien
Format-Dateien sind das Mittel von TeX, den Zustand der
TeX-Engine abzuspeichern. Hier werden typischerweise von iniTeX
Makros definiert und Register vorbelegt.
In diesem Abschnitt werden einige Überlegungen zu
Format-Dateien diskutiert. So ist die Frage zu beantworten,
welche Informationen in einem monolitischen Format enthalten sein
müssen. So könnte beispielsweise Informationen zu Schriften oder
Sprachen -- die Hyphenation-Patterns -- modularisiert und
ausgelagert werden.
Architektur
Die Architektur von TeX spiegelt seine Entstehungszeit wieder.
Design-Entscheidungen, die damals angemessen waren, sind bei
einer Reimplementierung in ExTeX zu überdenken.
Um einen Einblick in ExTeX zu geben, wird die gewählte
Architektur dargestellt. Es werden Konsequenzen aus den Zielen
auf die Architektur dargestellt.
Integration
Ein wichtiger Aspekt der Weiterentwicklung von ExTeX liegt in
der Integration von diversen weiteren Modulen. In TeX ist die
Kommunikation mit anderen Komponenten über externe Prozesse und
Dateien möglich. Entwicklungen wie ConTeXt zeigen, dass es dem
Endanwender einfacher gemacht werden kann, wenn die benötigten
Komponenten automatisch angesprochen werden.
In diesem Abschnitt soll diskutiert werden, in welchem Umfang
eine enge Integration mit diversen Komponenten, wie
Grafik-Erstellung, Bibliografie-Datenbank und Index-Erstellung
anvisisert werden soll.
Stand der Entwicklung
Schließlich wird hier auch vorgestellt, wie weit die
Entwicklung von ExTeX vorangeschritten ist. Damit ergibt sich
dann, welche der vorgestellten Erweiterungen gegenüber TeX schon
realisiert sind -- und damit Inkompatibilitäten darstellen -- und
welche noch Wolkenschlösser sind, denen noch nachgejagt werden
kann.
- Janusz Marian Nowacki (GUST): Iwona und Kurier Fonts
Es werden die seriflosen Schriftfamilien Iwona und Kurier
vorgestellt, die erstmals während der BachoTeX 2005-Konferenz
zur Verfügung gestellt wurden. Die Schriften enstanden nach dem
Entwurf von Malgorzata Budyta und wurden mit dem METATYPE1-Paket
enwickelt.
Der Vortrag wird auf Polnisch gehalten und live auf Deutsch
übersetzt.
- Walter Schmidt: FPL Neu -- eine Neuimplementierung der Schriftfamilie
Palatino.
Teil 1: Konzept und LaTeX-Interface
FPL Neu ist der Versuch, die Schriftfamilie Palatino
auf eine neue technische Basis zu stellen. Insbesondere sollen
die neu entwickelten Fonts alle Zeichen des T1-Encodings
enthalten sowie eine beträchtliche Untermenge von TS1, so dass
sie in LaTeX ohne Umweg über virtuelle Fonts verwendbar
sind. Die Schriftzeichen werden größtenteils aus den vorhandenen
(freien) Palladio- und FPL-Fonts übernommen, zium Teil aber auch
neu entworfen. Daneben wird derzeit an einer Lösung für den
Mathematiksatz gearbeitet, die eine sichtbare Verbesserung
gegenüber der jetzigen Quasi-Standard, nämlich dem dem Paket
mathpazo, darstellen soll.
Der Vortrag beschreibt in erster Linie das angestrebte
LaTeX-Interface der neuen Schriftfamilie, einschließlich
Mathematiksatz, und inwieweit dieses die Konzeption der
eigentlichen Fonts beeinflusst. Weiterhin wird auf einige
mikrotypografische Feinheiten eingegangen werden, insbesondere
die Festlegung der Kerningdaten, die ebenfalls durch technische
Randbedingungen -- und leider auch
Beschränkungen -- von LaTeX beeinflusst sind.
Unter http://home.vr-web.de/was/x/FPL/
steht eine vorläufige Version der FPL-Neu-Fonts zum öffentlichen
Test zur Verfügung, zum jetzigen Zeitpunkt (Jan. 2006)
allerdings noch ohne Unterstützung für den Mathematiksatz.
- Ralf Stubner: FPL Neu -- eine Neuimplementierung der Schriftfamilie
Palatino.
Teil 2: Neue Schriftzeichen, Encoding, Erfahrungen mit Fontforge als
Entwurfswerkzeug
FPL Neu ist der Versuch, eine neue freie Implementierung der
Schriftfamilie Palatino zu erstellen. Dabei sollen zunächst die
Zeichen genutzt werden, die in den freien Palladio- und FPL-Schriften
bereits vorhandenen sind. Manche dieser Zeichen müssen jedoch
überarbeitet werden. Und einige ganz neue Zeichen sind auch
notwendig.
In diesem Vortrag soll zunächst auf einige dieser neuen bzw.
überarbeiteten Zeichen näher eingegangen werden. Dazu gehören z.B.
die im Polnischen und Litauischen verwendeten Vokale mit Ogonek.
Daneben werden auch Pläne für zukünftige Verbesserungen und
Erweiterungen vorgestellt.
Neben dem Aussehen der Zeichen, ist auch ihre Benennung innerhalb
der Schrift sowie deren Kodierung von Bedeutung. Diese entscheiden
z.B. darüber, ob der Text in einer PDF-Datei richtig durchsucht
werden kann. Es wird gezeigt, wie dies auch in schwierigen Fällen
möglich ist.
Da diese mit den physikalischen Schriften zusammenhängenden
Arbeiten mit dem freien Schrifteditor
Fontforge
durchgeführt wurden, sollen auch dieses wichtige Werkzeug kurz
vorgestellt werden.
- Martin Schröder, pdfTeX -- gestern, heute, morgen
Am 15. März wird pdfTeX 9 Jahre alt, und demnächst
erscheint die neue Version 1.40.
Auß diesem Anlaß blicke ich auf die letzten Jahre der
Entwicklung von pdfTeX zurück, beschreibe die neue Version und
gebe einen Ausblick auf die geplante Entwicklung der nächsten
Jahre.
- Till Tantau (Universität zu Lübeck), TikZ ist kein Zeichenprogramm
TikZ ist kein Zeichenprogramm. TikZ ist eine Makrosammlung zum
Erstellen von Vektor-Graphiken in plain TeX, LaTeX und ConTeXt.
Es ähnelt dem pstricks Paket, aber bei der Entwicklung von TikZ
stand die Portabilität im Vordergrund: TikZ-Graphiken können von
TeX direkt in PostScript-, PDF- und SVG-Code übersetzt werden
ohne den Umweg über externe Programme. Waren frühe Versionen von
TikZ noch recht eingeschränkt, so ist die aktuelle Version ein
mächtiges Werkzeug, das Transparenz, Knoten, Metapfeile,
Schlangen und Koordinatentransformationen unterstützt. Im
Vortrag sollen Überblicke gegeben werden über den Aufbau von
TikZ, die Funktionsweise und die Benutzung. Anhand zahlreicher
Beispiele sollen die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen von
TikZ dargestellt werden.