DANTE

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DANTE 2006

Freie Universität Berlin
Zentraleinrichtung für Datenverarbeitung (ZEDAT)
8. - 10. März 2006

Vorträge

Patrick Gundlach: "Auf zu neuen Fonts" oder "Du kannst jede Schriftart wählen, solange es Computer Modern ist" -- eine neue Programmsammlung (und Bibliothek), um Schriftarten zu installieren

Abstract folgt.

Yannis Haralambous, Atif Guzlar (ENST Bretagne)
Implementing OpenType and textemes into Omega

Version 1 of Omega is using OTPs, that is token filters, ever since its first release, in 1994. Over the years it became clear that it should be possible to filter nodes, as well as tokens. This method is also a good solution for implementing OpenType substitution and positionning operations, while keeping total control before, during and after their action. As the token/node scheme of TeX is not sufficient for the needs of current multilingual typesetting and electronic document production, we are using the concept of texteme (presented at EuroTeX 2005 under the name of "sign") as a refinement of both tokens and nodes.

Atif Gulzar, whose travel fees from Pakistan to France have been funded by DANTE, is currently working at ENST Bretagne Brest. His goal is to develop a texteme-compliant node filtering mechanism for Omega, as well as an external binary loading OpenType font information through the freetype library and applying OpenType transformations to the flow of node data. This talk presents the rationale of this project as well as the current status of development.

Jean-Michel Hufflen (LIFC - Universität Franche-Comté): Sprachen in MlBibTeX

Das Thema dieses Vortrags ist die Benutzung mehrsprachiger Pakete in den bibliografischen Dateien, die MlBibTeX erzeugt. Das klassische BibTeX-Programm macht keine Analyse der .tex-Dateien und liest nur die .aux-Dateien. Unser MlBibTeX-Programm -- eine Reimplementierung von BibteX mit Unterstützung für mehrsprachigen Funktionen -- analysiert den Kopf einer .tex-Datei im Hinblick auf die Sprachen, die im Dokument vorkommen. Wir zeigen die Organisierung unserer Suchbäume. Mit ihnen kennt MlBibTeX die üblichen mehrspachigen Pakete und deren Optionen und ist so in der Lage, mehrsprachige Bibliografien korrekt setzen zu können.

Boguslaw Jackowski, Janusz M. Nowacki (GUST): Latin Modern Fonts at Eleventh Hour (in Englisch)

The Latin Modern family of fonts is a collection of fonts, based on Donald E. Knuth's Computer Modern family. At present, Latin Modern fonts are released in the PostScript Type 1 and OpenType formats; METAPOST (METATYPE1) sources are also available.

The main feature of the Latin Modern fonts is a broad collection of diacritical characters, covering all European languages, and some other languages that use latin alphabets, e.g., Vietnamese. The aim of the "Latin Modern" project was to replace (but only as a default) a plethora of various "relatives" of Computer Modern fonts, such as CS, PL and VN fonts.

In the presentation, we will discuss the advantages and disadvantages of the idea of the replacement and will describe the current state of the "Latin Modern" project and plans for the future.

David Kastrup: Anwendungen des bigfoot-Paketes

Abstract folgt.

Jonathan Kew (SIL International): XeTeX -- TeX + Unicode characters + rich fonts ... made simple (in Englisch)

This presentation will introduce the XeTeX system, a recent extension of TeX. In XeTeX, built-in support for Unicode enables the use of any writing system, and integration with the host platform's font management allows access to any TrueType or OpenType font, including many advanced typographic features -- all without the complex layers of macros and myriad auxiliary files that TeX would normally require.

Manuel Montero Pineda (Data2Type): Crossmedia-Publishing mit XSL

XSL ist die Verarbeitungssprache von XML. Mit ihr lassen sich Stylesheets schreiben, die es erlauben, XML-strukturierte Dokumente automatisiert in verschiedene Formate zu überführen oder aber auch XML-Dateien neu zu strukturieren. Zu den wichtigsten Formaten, die mit Hilfe von XSL erzeugt werden können, gehören PDF über XSL-FO, HTML und Worddokumente über WordML. XSL ist somit ein essentieller Baustein des XML-Konzepts, das die Trennung von Struktur, Inhalt und Layout verlangt.

Gliederung:

  • Aufbau und Arbeitsweise von XSL (XSLT, XPath und XSL-FO)
  • Einsatzgebiete von XSLT und XSL-FO
  • XSLT, die Transformationssprache zur Neuordnung von XML
  • Mit XSLT zu HTML und WordML
  • Praxisbeispiel eines automatisch generierten HTML-Dokumentes und eines Worddokumentes
  • XSL-FO für die PDF-Ausgabe
  • Praxisbeispiel eines automatisch gesetzten PDF-Dokumentes
  • Einsatzschwerpunkte für XSL
  • Extraktion und Migration der Eingangs-Dokumente
  • Generierung und Sortierung von Verzeichnissen und Registern
  • Unterstützung von Unicode und unterschiedlicher Schreibrichtungen
  • Komplexe Anordnung von Vorgabeseiten
  • Tabellen, mathematische Notationen
  • Formulare
  • Einbindung unterschiedlicher Grafik-Formate
  • Qualitätssicherung der automatisierten Verarbeitung

Gerd Neugebauer: ExTeX -- Inkompatibilitäten und Wolkenschlösser

Übersicht

Das ExTeX-Projekt wurde gestartet, um NTS weiterzuentwickeln. In der Beschäftigung mit NTS hat sich herausgestellt, dass eine komplette Neuimplementierung der adäquate Weg ist, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Diese Ziele werden dargestellt, da hier bereits die Basis dafür gelegt wurden, die zu Inkompatibilitäten zwischen ExTeX und TeX führen können.

Die Makro-Ebene

Einige Erweiterungen von ExTeX gegenüber TeX zeigen sich bereits auf der Makro-Ebene. Grundsätzliche Design-Entscheidungen führen dazu, dass diese bereits hier zu finden sind. Hierzu gehört beispielsweise der Werteumfang, den Register annehmen können.

In eTeX wurde bereits eine Erweiterung von TeX realisiert, die die direkte Angabe von Ausdrücken erlaubt. ExTeX kann hier einen Schritt weiter gehen und die Evaluierung von Ausdrücken nicht nur auf der Makro-Ebene zu integrieren, sondern tief im Interpreter verankern.

Format-Dateien

Format-Dateien sind das Mittel von TeX, den Zustand der TeX-Engine abzuspeichern. Hier werden typischerweise von iniTeX Makros definiert und Register vorbelegt.

In diesem Abschnitt werden einige Überlegungen zu Format-Dateien diskutiert. So ist die Frage zu beantworten, welche Informationen in einem monolitischen Format enthalten sein müssen. So könnte beispielsweise Informationen zu Schriften oder Sprachen -- die Hyphenation-Patterns -- modularisiert und ausgelagert werden.

Architektur

Die Architektur von TeX spiegelt seine Entstehungszeit wieder. Design-Entscheidungen, die damals angemessen waren, sind bei einer Reimplementierung in ExTeX zu überdenken.

Um einen Einblick in ExTeX zu geben, wird die gewählte Architektur dargestellt. Es werden Konsequenzen aus den Zielen auf die Architektur dargestellt.

Integration

Ein wichtiger Aspekt der Weiterentwicklung von ExTeX liegt in der Integration von diversen weiteren Modulen. In TeX ist die Kommunikation mit anderen Komponenten über externe Prozesse und Dateien möglich. Entwicklungen wie ConTeXt zeigen, dass es dem Endanwender einfacher gemacht werden kann, wenn die benötigten Komponenten automatisch angesprochen werden.

In diesem Abschnitt soll diskutiert werden, in welchem Umfang eine enge Integration mit diversen Komponenten, wie Grafik-Erstellung, Bibliografie-Datenbank und Index-Erstellung anvisisert werden soll.

Stand der Entwicklung

Schließlich wird hier auch vorgestellt, wie weit die Entwicklung von ExTeX vorangeschritten ist. Damit ergibt sich dann, welche der vorgestellten Erweiterungen gegenüber TeX schon realisiert sind -- und damit Inkompatibilitäten darstellen -- und welche noch Wolkenschlösser sind, denen noch nachgejagt werden kann.

Janusz Marian Nowacki (GUST): Iwona und Kurier Fonts

Es werden die seriflosen Schriftfamilien Iwona und Kurier vorgestellt, die erstmals während der BachoTeX 2005-Konferenz zur Verfügung gestellt wurden. Die Schriften enstanden nach dem Entwurf von Malgorzata Budyta und wurden mit dem METATYPE1-Paket enwickelt.

Der Vortrag wird auf Polnisch gehalten und live auf Deutsch übersetzt.

Walter Schmidt: FPL Neu -- eine Neuimplementierung der Schriftfamilie Palatino.
Teil 1: Konzept und LaTeX-Interface

FPL Neu ist der Versuch, die Schriftfamilie Palatino auf eine neue technische Basis zu stellen. Insbesondere sollen die neu entwickelten Fonts alle Zeichen des T1-Encodings enthalten sowie eine beträchtliche Untermenge von TS1, so dass sie in LaTeX ohne Umweg über virtuelle Fonts verwendbar sind. Die Schriftzeichen werden größtenteils aus den vorhandenen (freien) Palladio- und FPL-Fonts übernommen, zium Teil aber auch neu entworfen. Daneben wird derzeit an einer Lösung für den Mathematiksatz gearbeitet, die eine sichtbare Verbesserung gegenüber der jetzigen Quasi-Standard, nämlich dem dem Paket mathpazo, darstellen soll.

Der Vortrag beschreibt in erster Linie das angestrebte LaTeX-Interface der neuen Schriftfamilie, einschließlich Mathematiksatz, und inwieweit dieses die Konzeption der eigentlichen Fonts beeinflusst. Weiterhin wird auf einige mikrotypografische Feinheiten eingegangen werden, insbesondere die Festlegung der Kerningdaten, die ebenfalls durch technische Randbedingungen -- und leider auch Beschränkungen -- von LaTeX beeinflusst sind.

Unter http://home.vr-web.de/was/x/FPL/ steht eine vorläufige Version der FPL-Neu-Fonts zum öffentlichen Test zur Verfügung, zum jetzigen Zeitpunkt (Jan. 2006) allerdings noch ohne Unterstützung für den Mathematiksatz.

Ralf Stubner: FPL Neu -- eine Neuimplementierung der Schriftfamilie Palatino.
Teil 2: Neue Schriftzeichen, Encoding, Erfahrungen mit Fontforge als Entwurfswerkzeug

FPL Neu ist der Versuch, eine neue freie Implementierung der Schriftfamilie Palatino zu erstellen. Dabei sollen zunächst die Zeichen genutzt werden, die in den freien Palladio- und FPL-Schriften bereits vorhandenen sind. Manche dieser Zeichen müssen jedoch überarbeitet werden. Und einige ganz neue Zeichen sind auch notwendig.

In diesem Vortrag soll zunächst auf einige dieser neuen bzw. überarbeiteten Zeichen näher eingegangen werden. Dazu gehören z.B. die im Polnischen und Litauischen verwendeten Vokale mit Ogonek. Daneben werden auch Pläne für zukünftige Verbesserungen und Erweiterungen vorgestellt.

Neben dem Aussehen der Zeichen, ist auch ihre Benennung innerhalb der Schrift sowie deren Kodierung von Bedeutung. Diese entscheiden z.B. darüber, ob der Text in einer PDF-Datei richtig durchsucht werden kann. Es wird gezeigt, wie dies auch in schwierigen Fällen möglich ist.

Da diese mit den physikalischen Schriften zusammenhängenden Arbeiten mit dem freien Schrifteditor Fontforge durchgeführt wurden, sollen auch dieses wichtige Werkzeug kurz vorgestellt werden.

Martin Schröder, pdfTeX -- gestern, heute, morgen

Am 15. März wird pdfTeX 9 Jahre alt, und demnächst erscheint die neue Version 1.40.

Auß diesem Anlaß blicke ich auf die letzten Jahre der Entwicklung von pdfTeX zurück, beschreibe die neue Version und gebe einen Ausblick auf die geplante Entwicklung der nächsten Jahre.

Till Tantau (Universität zu Lübeck), TikZ ist kein Zeichenprogramm

TikZ ist kein Zeichenprogramm. TikZ ist eine Makrosammlung zum Erstellen von Vektor-Graphiken in plain TeX, LaTeX und ConTeXt. Es ähnelt dem pstricks Paket, aber bei der Entwicklung von TikZ stand die Portabilität im Vordergrund: TikZ-Graphiken können von TeX direkt in PostScript-, PDF- und SVG-Code übersetzt werden ohne den Umweg über externe Programme. Waren frühe Versionen von TikZ noch recht eingeschränkt, so ist die aktuelle Version ein mächtiges Werkzeug, das Transparenz, Knoten, Metapfeile, Schlangen und Koordinatentransformationen unterstützt. Im Vortrag sollen Überblicke gegeben werden über den Aufbau von TikZ, die Funktionsweise und die Benutzung. Anhand zahlreicher Beispiele sollen die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen von TikZ dargestellt werden.

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