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DANTE 2006

Freie Universität Berlin
Zentraleinrichtung für Datenverarbeitung (ZEDAT)
8. - 10. März 2006

Tutorien

Die Tutorien richten sich auch gezielt an Studierende und Mitarbeiter der FU und der anderen Berliner Universitäten und Institute. Die Teilnahme an allen Tutorien ist kostenlos!

Christine Detig (Net & Publication Consultance): Einführung in LaTeX

Das Tutorium soll LaTeX-Neulingen einen Einblick in die prinzipielle Arbeitsweise von LaTeX geben. Es soll vermitteln, wie man mit einfachen Textauszeichenungen (Markup) Dokumente erstellt und Layout-Gestaltung vornimmt, beispielsweise automatische Kapitelnummerierungen, Kolumnentitel und Inhaltsverzeichnisse.

Neben den grundsätzlich benötigten LaTeX-Befehlen werden folgende weitere Themen vorgestellt:

  • Standard-Dokumentstrukturen
  • Variation des Schriftbildes
  • Verwenden von Auflistungen (Spiegelstrichlisten und nummerierte Listen)
  • Querverweise (Standard und Erweiterungen durch Pakete)
  • Verwenden einfacher mathematischer Elemente (Indizes, Exponenten usw.)
  • Ausblick: Highlights von LaTeX

Wolfgang Engelmann (Universität Tübingen): Lyx zum Schreiben von Dokumenten

Latex ist eines der am weitesten verbreiteten und besten Textsatzsysteme. Es hat allerdings einen Nachteil: Man muß eine ganze Batterie von Kommandos im Kopf haben, um damit arbeiten zu können. Hier kommt Lyx ins Spiel: Es bietet -ähnlich wie andere Programme zum Schreiben von Dokumenten, eine Menü-gesteuerte Oberfläche an, in der durch einfaches Anklicken oder mit Hilfe von Tastenkombinationen die Latex-Befehle im Hintergrund ausgeführt werden. Gleichzeitig wird der Schriftsatz in ähnlicher Weise, wie er beim Ausdrucken aussehen würde, auf dem Bildschirm angezeigt. Das gilt auch für mathematische Ausdrücke, einer besonderen Stärke von Latex. Verschiedene Dokumentenstile (Buch, Artikel, Report, Brief, Beamer usw) und Anpassungen an Sprachen stehen zur Verfügung.

Im Tutorium wird an einigen einfachen Beispielen der Umgang mit Lyx demonstriert: Buchstil im Komascript mit Dokumentaufbau, Listen, Tabellen, Einbinden von Abbildungen, mathematische Ausdrücke. Wie der Seitenstil (zum Beispiel einspaltig/zweispaltig) und Formate geändert werden (z.B. Briefvorlagen verwenden, spezielle Stile von Verlagen), wie das Dokument exportiert wird. Auch Präsentationen lassen sich mit Lyx vorbereiten (zum Beispiel mit der Beamer-Klasse). Es soll auch gezeigt werden, wie Literaturzitate mit Hilfe eines speziellen Programmes "Jabref" an die jeweiligen Zitatstellen des Dokumentes hineingeklickt werden können.

Lyx kommt mit einer sehr guten Dokumentation, die auch sehr spezielle Punkte beleuchtet. Es gibt außerdem eine sehr lebhafte und hilfsbereite User-Gruppe.

Klaus Höppner: Erstellen einfacher Symbol-Fonts mit MetaType1

Das MetaType1-Paket wurde von Boguslaw Jackowski, Janusz Nowacki und Piotr Strzelczyk entwickelt, um Schriften im Format PostScript-Type1 mit Metapost und einigen Zusatzskripten zu erzeugen. Bekanntestes Beispiel dürften die Latin-Modern-Fonts sein, die auf Grundlage der Metafont-Quellen von Computer-Modern gestaltet wurden.

Nun sind die wenigsten Anwender (inklusive mir) geborene Schriftdesigner. Allerdings hatte ich vor längerer Zeit einige Symbole als Metapost-Grafik vorliegen, die in Dokumenten zum Einsatz kommen sollten. Da lag der Gedanke nahe, dass es schöner wäre, diese Symbole einfach als PostScript-Font (ähnlich wie die diversen Dingbats-Schriften) verwenden zu können, anstatt jedes Symbol einzeln als Grafik einbinden zu müssen.

Da die Symbole schon als Metapost-Quellen vorlagen, begann ich mich mit MetaType1 samt mitgliefertem Beispiel-Font zu beschäftigen, bis dann der Symbol-Font tatsächlich als PostScript-Type1 vorlag.

Das Tutorium stellt die notwendige Software sowie Erfahrungen und Probleme bei meinen ersten Gehversuchen vor. Es ist kein Metapost-Tutorium. Vorkenntnisse in Metafont oder Metapost sind von Vorteil, zum grundsätzlichen Verständnis aber nicht zwingend.

David Kastrup: Stand der Technik bei Erstellung von LaTeX-Texten mit Emacs

Emacs nähert sich langsam aber unaufhaltsam dem Release 22.1. Für Ungeduldige gibt es die Möglichkeit, sich selbst die jeweils aktuelle Entwicklerversion zu compilieren; aber auch vorcompilierte Versionen existieren, teilweise schon mit dem AUCTeX-Paket versehen. Für Windows wird eine solche Version von den AUCTeX-Entwicklern auf AUCTeX s Downloadseite bereitgestellt, für MacOSX gibt es mit yaced und Aquamacs gleich zwei Angebote, und Debian hält unter unstable ein Paket emacs-snapshot bereit.

In aktuellen AUCTeX-Versionen (>=11.80) ist das preview-latex-Paket zur Bereitstellung von WYSIWYG-Funktionalität in Quelltextbuffern bereits integriert und muß nicht mehr separat installiert werden.

Gegenüber früheren Versionen von Emacs sind deutliche Fortschritte in der Benutzerfreundlichkeit erzielt worden, die sich in vielen Kleinigkeiten, aber auch einigen wichtigen Punkten, neuen enthaltenen Paketen, und plattformübergreifenden Funktionen auswirken.

AUCTeX selbst hat ebenfalls einiges an Weiterentwicklungen erfahren und bildet zusammen mit RefTeX zur Verwaltung von diversen Verweisen eines der wichtigsten Werkzeuge zur Entwicklung von LaTeX-Texten. Speziell die Erstellung von .dtx-Dateien wird angenehm gestaltet, und PDFTeX wird inklusive des pdfsync-Paketes unterstützt.

Herbert Voß (FU Berlin): Einführung in PSTricks und der Weg nach PDF

PSTricks ist eine bereits 1991 begonnene Sammlung von TeX-Makros, die eine Schnittstelle zu den umfangreichen grafischen Fähigkeiten der noch älteren Programmiersprache PostScript darstellt, woraus sich auch der Name PSTricks=PostScriptTricks ableitet. Es wird eine grundlegende Einführung in das Integrieren von grafischen Elementen innerhalb eines normalen LaTeX-Dokumentes gegeben, wobei dies unabhängig von PSTricks gezeigt wird. Ausgehend von einfachen Beispielen werden Möglichkeiten und Grenzen der Integration von Grafiken durch Makros aufgezeigt.

Das Basieren von PSTricks auf PostScript wurde und wird häufig als gravierender Nachteil von PSTricks empfunden und stand einer breiten Anwendung für PDF-Dokumente angeblich im Wege. Mittlerweile gibt es jedoch neben der Möglichkeit von ps2pdf verschiedene, relativ einfache Verfahren um PSTricks Anweisungen in PDF-Dokumente zu integrieren. Alle möglichen Wege werden beschrieben und miteinander verglichen, sodass der Anwender dann eine passende Variante wählen kann.

Abschließend wird ein Überblick über den Stand der Entwicklung sowie ein Ausblick gegeben.

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